Amokläufer hatte Tat im Internet angekündigt - Chatbetreiber dementieren

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© Alexandre Boavida
12.03.2009

Nach neuesten Ermittlungen hatte der Amokläufer von Winnenden seine Tat in einem Internet-Chat angekündigt - und war wegen Depressionen in Behandlung.

In einem deutschsprachigen Internet-Chat habe Tim K. seine Tat angekündigt - um 2.46 Uhr in der Nacht, nur wenige Stunden, bevor er die Schule stürmte. Einem ebenfalls 17-jährigen Bayern habe Tim laut Spiegel Online geschrieben:

"Scheiße Bernd, es reicht mir. Ich habe dieses Lotterleben satt, immer das selbe - alle lachen mich aus, niemand erkennt mein Potential. Ich meine es ernst Bernd - ich habe Waffen hier, und ich werde morgen früh an meine frühere Schule gehen und mal so richtig gepflegt grillen. Vielleicht komme ich ja auch davon. Haltet die Ohren offen, Bernds, Ihr werdet morgen von mir hören. Merkt euch nur den Name des Orts: Winnenden. Und jetzt keine Meldung an die Polizei, keine Angst, ich trolle nur."

Tims Chatpartner habe im ersten Moment mit "LOL" reagiert und seinen Eltern nach der Tat von der Unterhaltung erzählt.

Chatbetreiber dementieren Ankündigung

Auf der Seite des Internet-Chats, auf der Tim seine Tat angekündigt haben soll, heißt es derzeit:

"Leider wird unser winziger Server mit dem momentanen Ansturm nicht fertig. Es gibt allerdings auch gar nichts zu sehen, da die deutsche Presse sich bedauerlicherweise (vermutlich nicht zum ersten Mal) von einer Fälschung hat täuschen lassen. Hier wurde kein Amoklauf angekündigt, es gibt hier nur Leute, die mit Photoshop umgehen können. Scheinbar ist recherchieren heutzutage uncool. Schlimm genug, bei Wikipedia abzuschreiben, aber hier? Grundgütiger".

Seit 2008 in psychiatrischer Behandlung

Bekannt ist mittlerweile auch, dass der Amokläufer sich bereits 2008 wegen Depressionen in psychiatrische Behandlung begeben hatte. In Winnenden habe er seine im Raum Heilbronn begonnene Behandlung eigentlich fortsetzen sollen. Bei seinem Amoklauf hatte Tim auch einen Menschen auf dem Gelände der Klinik in Winnenden getötet.

Ferner seien auf dem Computer des Täters Pornobilder und Gewaltspiele sichergestellt worden. Zwar sei der Junge an einem Mädchen aus der Nachbarschaft interessiert gewesen, eine Beziehung habe er jedoch nicht gehabt.

(sh)
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