Missbrauchsskandal: Auch Hessen ist betroffen
City- & Szenenews
06.03.2010
Anscheinend nehmen die Missbrauchsfälle auch an den Grenzen der Jesuiten-Schulen kein Ende. Wie jetzt bekannt wurde, mussten Schüler an einem Hessener Internat als sexuelle Dienstleister agieren.
Im Missbrauchsskandal ertönt ein erneuter Hilferuf: An der Hessener Odenwaldschule wurden Schüler gezwungen, sexuelle Dienste zu leisten.
Bisher war den Medien nur bekannt, dass zwei ehemalige Schüler den damaligen Schulleiter des sexuellen Missbrauchs beschuldigt hatten. Jetzt allerdings gesteht die Schule: Da war noch mehr...
Die Odenwaldschule selbst gab online ein Statement ab: "Durch Aussagen mutiger ehemaliger Schüler unserer Schule müssen wir heute erkennen, dass weitere Kinder und Jugendliche in den Jahren von 1970 bis 1985 Opfer sexueller Übergriffe nicht nur durch den damaligen Leiter der Odenwaldschule geworden sind." Die Schule selbst sei untröstlich, irritiert und erschüttert.
Wurden die Anschuldigungen missachtet?
Bereits vor etwa zehn Jahren waren Vorwürfe gegenüber dem einstigen Rektor laut geworden. Schüler hatten von massiven Übergriffen des Leiters, der von 1971 bis 1985 an der Schule tätig war, gegen 13-jährige gesprochen. Allerdings hatte man diesen Vorwürfen nicht genug Bedeutung beigemessen, wie selbst die heutige Schulleiterin Margarita Kaufmann eingestehen muss: "Es war eine Unterlassung und ein grober Fehler, dass die Schule damals nicht nachgeforscht hat."
Besonders in Anbetracht der heftigen Äußerungen, die die betroffenen Schüler gemacht hatten: Laut dem Stern hatten die Lehrer die Kinder oftmals durch das Streicheln der Genitalien geweckt und sie für ganze Wochenenden als "sexuelle Dienstleister" eingeteilt.
Krank: Manche Lehrer hatten Gästen der Schule einzelne Schüler zum sexuellen Missbrauch angeboten. Auch Drogen und Alkohol spielten eine große Rolle.
Möglicherweise 100 Opfer - und wieder verjährt das Verbrechen
Laut der heutigen Schulleiterin handelt es sich um mindestens drei Lehrer, die sich diesen Vorwürfen schuldig gemacht haben sollen. Zeugen hatten Frau Kaufmann "die Namen von 20 Opfern" genannt; schätzungsweise gibt es jedoch 50 bis 100 Opfer.
Der beschuldigte Rektor habe sich bis heute nicht zu den Anschuldigungen geäußert - aber damals alle Ämter niedergelegt. Trotzdem: "Der Versuch der rechtlichen Klärung führte nach einer Strafanzeige eines der betroffenen Schüler zu der staatsanwaltlichen Feststellung der juristischen Verjährung der Straftaten."
(nm)
Anscheinend nehmen die Missbrauchsfälle auch an den Grenzen der Jesuiten-Schulen kein Ende. Wie jetzt bekannt wurde, mussten Schüler an einem Hessener Internat als sexuelle Dienstleister agieren.
Im Missbrauchsskandal ertönt ein erneuter Hilferuf: An der Hessener Odenwaldschule wurden Schüler gezwungen, sexuelle Dienste zu leisten.
Bisher war den Medien nur bekannt, dass zwei ehemalige Schüler den damaligen Schulleiter des sexuellen Missbrauchs beschuldigt hatten. Jetzt allerdings gesteht die Schule: Da war noch mehr...
Die Odenwaldschule selbst gab online ein Statement ab: "Durch Aussagen mutiger ehemaliger Schüler unserer Schule müssen wir heute erkennen, dass weitere Kinder und Jugendliche in den Jahren von 1970 bis 1985 Opfer sexueller Übergriffe nicht nur durch den damaligen Leiter der Odenwaldschule geworden sind." Die Schule selbst sei untröstlich, irritiert und erschüttert.
Wurden die Anschuldigungen missachtet?
Bereits vor etwa zehn Jahren waren Vorwürfe gegenüber dem einstigen Rektor laut geworden. Schüler hatten von massiven Übergriffen des Leiters, der von 1971 bis 1985 an der Schule tätig war, gegen 13-jährige gesprochen. Allerdings hatte man diesen Vorwürfen nicht genug Bedeutung beigemessen, wie selbst die heutige Schulleiterin Margarita Kaufmann eingestehen muss: "Es war eine Unterlassung und ein grober Fehler, dass die Schule damals nicht nachgeforscht hat."
Besonders in Anbetracht der heftigen Äußerungen, die die betroffenen Schüler gemacht hatten: Laut dem Stern hatten die Lehrer die Kinder oftmals durch das Streicheln der Genitalien geweckt und sie für ganze Wochenenden als "sexuelle Dienstleister" eingeteilt.
Krank: Manche Lehrer hatten Gästen der Schule einzelne Schüler zum sexuellen Missbrauch angeboten. Auch Drogen und Alkohol spielten eine große Rolle.
Möglicherweise 100 Opfer - und wieder verjährt das Verbrechen
Laut der heutigen Schulleiterin handelt es sich um mindestens drei Lehrer, die sich diesen Vorwürfen schuldig gemacht haben sollen. Zeugen hatten Frau Kaufmann "die Namen von 20 Opfern" genannt; schätzungsweise gibt es jedoch 50 bis 100 Opfer.
Der beschuldigte Rektor habe sich bis heute nicht zu den Anschuldigungen geäußert - aber damals alle Ämter niedergelegt. Trotzdem: "Der Versuch der rechtlichen Klärung führte nach einer Strafanzeige eines der betroffenen Schüler zu der staatsanwaltlichen Feststellung der juristischen Verjährung der Straftaten."
(nm)
weitere Nachrichten aus der Kategorie City- & Szenenews:
Die Historische-Spion-Woche: Armstrong ist der Beste, eine Concorde stürzt ab, Karajan in Salzburg, Prince im Kino, Lampeão erschossen, ein Zwergplanet wird entdeckt und der Käfer gibt seinen endgültigen Abschied.
» mehr lesen
0 Kommentare
Seit Mitte März hatte Jörg Kachelmann wegen angeblicher Vergewaltigung in U-Haft gesessen. Jetzt hat das Oberlandesgericht Karlsruhe den Haftbefehl gegen den Meteorologen aufgehoben.
» mehr lesen
Das Verkehrsministerium in Schwerin hat die Genehmigung für die Techno-Party im Warnowtunnel in Rostock zurückgezogen. Eine Reaktion auf die Tragödie, die sich bei der Loveparade in Duisburg abspielte.
» mehr lesen





