Du riechst krank!

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© AnetaPics, 2010
30.08.2010

Hunde, aber auch Mäuse könnten für die Medizin noch an Bedeutung gewinnen. Ihre feinen Nasen können Krankheiten erschnuppern.

Mäuse, Ratten und auch Hunde schaffen es, nach entsprechendem Training gefährliche Krankheiten zu erschnüffeln. Dank dieser Fähigkeit könnte man eine Ausbreitung von Seuchen leichter verhindern. "So lassen sich sogar in freier Natur Krankheiten wie etwa die Vogelgrippe aufspüren", berichtet Studienleiter Bruce Kimball vom Monell Center auf dem Treffen der American Chemical Society.

Sensoren für die Vogelgrippe

Die Forscher ließen Mäuse durch ein Labyrinth laufen. In dieses hatten sie Entenkot platziert, der teils von mit Vogelgrippe infizierten, teils von gesunden Tieren stammte. Damit sich die Seuche nicht übertrug, waren die Exkremente zuvor bestrahlt worden. Immer wenn die Mäuse auf ein infiziertes Häufchen stießen, erhielten sie einen Schluck frisches Wasser. Schon nach kurzer Zeit waren die kleinen Nager Experten im Erschnüffeln der Krankheit. Sie kamen dabei nie in direkten Kontakt mit dem Kot, sondern immer nur mit dessen Geruch.

"Jedes Tier, das mit einer guten Nase ausgestattet ist, kann auf bestimmte Duftmoleküle abgerichtet werden", betont der Bochumer Zellphysiologe Hanns Hatt. Mäusen, Ratten und Hunden etwa gelingt dies aufgrund extrem guter Ausstattung an Geruchsrezeptoren. "Während der Mensch 350 dieser Rezeptoren besitzt, sind es beim Hund über 800 und bei der Maus sogar 1.000. Das reicht, um für nahezu das gesamte Spektrum an chemischen Strukturen einen passenden Rezeptor zu besitzen und den entsprechenden Duft zu erkennen", so der Geruchsspezialist.

Zuckerkranke riechen nach Äpfeln

Als Biosensoren nutzt man Tiere bisher bei der Suche nach Landminen, Leichen oder Blut. Krankheiten sind für die US-Forscher der logische nächste Schritt. Hatt merkt an, dass sich Ärzte vor der Labordiagnostik-Ära viel mehr auf die Sinne verlassen haben - auch auf den Geruch. "Bei schweren Formen der Diabetes lässt ein Abbauprodukt des Zuckers die Patienten etwa nach Äpfeln riechen, bei Nierenerkrankungen nach Harnstoff oder bei Lebererkrankungen nach Fäule." Trainierte Hunde erzielen bei Brust-, Blasen und Lungenkrebs eine Treffsicherheit von über 90 Prozent, wobei der Mundgeruch oder das Urin des Patienten den Ausschlag gibt.

Elektronische Nasen hinken den Tieren weit hinterher. Bisher gelingt es ihnen nur, sehr unspezifisch etwa Alkohol von Aminen zu unterscheiden. "Einerseits gibt es noch große Rückstände, was die Erforschung der Geruchsrezeptoren betrifft. Beim Menschen sind erst zehn bekannt, bei der Maus knapp 50, beim Hund noch gar keine. Andererseits ist die Herstellung der Rezeptoren sehr schwierig", so der Bochumer Geruchsforscher. Doch auch die tierischen Schnüffler haben ihre Grenzen – so ermüdet etwa die Hundenase sehr schnell. "Umsetzbar ist eher, dass man aus der Mäusekot-Analyse Rückschlüsse zieht."

(pte/pb)

128
Kommentare insgesamt

Andy E.
30.08.2010 16:06
reg. Mitglied
da muss man nicht erst hunde und mäuse einsetzen. wenn der mensch was mit dem magen hat, dann riecht er auch aus dem mund, was andere dann oft als mangelnde hygiene interprätieren.

30.08.2010 18:01
Gast
warum kommen so oft kranke Menschen zu mir in die Firma ???


Andy E.
30.08.2010 18:43
reg. Mitglied
lach.....

Eniledam
30.08.2010 21:20
reg. Mitglied
Ich brauch dafür kein Tier. Wenn ich aufm Weg der Besserung bin, dann riech ich selbst, dass mein Zimmer nach Krankheit müffelt.

30.08.2010 23:35
Gast
der Knuddel-Wuff würde aber riechen, nach welcher Krankheit

Armine
31.08.2010 21:48
reg. Mitglied
Ich habe (um mal bierernst zu schreiben) eine Reportage über einen kleinen Jungen gesehen, der Diabetes hatte, der Hund bellte, wenn der Pegel gefährlich wurde, der Kleine merkte so etwas beim Toben nicht wenn er unterzuckert war...der Hund roch es...
Fand ich hilfreich...

02.09.2010 00:47
Gast
Mich hat eine Doku beeindruckt, wo eine Katze in einem Altersheim / Hospiz sich ca. 12 Stunden, bevor der Mensch starb, auf seine Beine gelegt hat.
Die Mitarbeiter konnten so rechtzeitig die Verwandten informieren, damit sie ihren Lieben nochmal sehen oder im rüberhelfen konnten.

Jacky_ in_ black Jacky_in_black
21.12.2010 00:17
reg. Mitglied
Tieren merken vieles. Gerade wenn Veränderungen eintreten. Aber sie können noch vor was anderes vor warnen. Das sie es können, wusste ich schon viel früher. Nur man kann es sich nicht vorstellen, dass sie diese Instinkte haben.. Wenn man sich mehr mit dem Tier beschäftigt, kann man noch einiges dazu lernen.

22.12.2010 16:35
Gast
Bei Deiner Krankheitsgeschichte hat so ein Kanarienvogel aber auch einen Full-Time-Job^^

Jacky_ in_ black Jacky_in_black
22.12.2010 16:59
reg. Mitglied
Sage mal bei dir tut was weh oder was? Du und Pädagoge.. Bei dir würde ich noch nicht mal einen Kind anvertrauen.. Möchtegernpädagoge, das kann eher stimmen.
128
Kommentare insgesamt
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