Gesundheitswahn und Fitnesskult: Kirche erhebt Einspruch
City- & Szenenews
© Drazen Vukelic, 2008
08.04.2008
"Hauptsache gesund!" Den Spruch kennt jeder - und was soll schon daran falsch sein? Eine Menge, wenn es nach der Evangelischen Kirche in Deutschland geht.
Anlässlich der "Woche für das Leben" kritisierte Bischof Dr. Wolfgang Huber die weit verbreitete Einstellung, der zufolge Gesundheit das höchste Gut ist. Denn dies birgt Huber zufolge eine nicht zu unterschätzende Gefahr: In einer Gesellschaft, in der nur das Gesundsein zählt, werden chronisch Kranke und Behinderte tendenziell ausgeschlossen.
Das kann so weit gehen, dass die Betroffenen selbst ihr Leben als nicht mehr lebenswert empfinden. Auch sie haben verinnerlicht, dass "ein beschädigtes Leben nicht mehr als sinnvoll" gilt. Wenn Gesundheit nicht mehr zu erlangen sei, fordere man "ein schnelles Ende".
Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um Sterbehilfe mahnte Huber: "Krankheit und Tod gehören zum Menschsein dazu."
Wer bestimmt, was "gesund" ist - und wer kann es sich leisten?
Es gehe ihm nicht darum, das Streben nach Gesundheit zu verdammen, so Huber weiter: "Gesundheit ist wichtig, keine Frage." Die Formel "Hauptsache gesund" sei jedoch falsch. Es müsse vielmehr heißen: "Hauptsache Menschenwürde!"
Wie Huber warnte auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, "vor einer verengten Perspektive, in der nur der Gesunde der allein gesellschaftlich akzeptierte Mensch ist, in der Kranke, Behinderte und Gebrechliche Gefahr laufen, sich rechtfertigen zu müssen". Es solle "kritisch hinterfragt werden, wer Definitionen von Gesundheit vorgibt und warum".
Huber verwies auch auf die ökonomischen Voraussetzungen von Gesundheit. Die Botschaft der Werbung laute: "Gesundheit ist machbar - für den, der sie bezahlen kann." Der Fortschritt im Gesundheitswesen komme längst nicht mehr allen zugute.
"Hauptsache gesund!" Den Spruch kennt jeder - und was soll schon daran falsch sein? Eine Menge, wenn es nach der Evangelischen Kirche in Deutschland geht.
Anlässlich der "Woche für das Leben" kritisierte Bischof Dr. Wolfgang Huber die weit verbreitete Einstellung, der zufolge Gesundheit das höchste Gut ist. Denn dies birgt Huber zufolge eine nicht zu unterschätzende Gefahr: In einer Gesellschaft, in der nur das Gesundsein zählt, werden chronisch Kranke und Behinderte tendenziell ausgeschlossen.
Das kann so weit gehen, dass die Betroffenen selbst ihr Leben als nicht mehr lebenswert empfinden. Auch sie haben verinnerlicht, dass "ein beschädigtes Leben nicht mehr als sinnvoll" gilt. Wenn Gesundheit nicht mehr zu erlangen sei, fordere man "ein schnelles Ende".
Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um Sterbehilfe mahnte Huber: "Krankheit und Tod gehören zum Menschsein dazu."
Wer bestimmt, was "gesund" ist - und wer kann es sich leisten?
Es gehe ihm nicht darum, das Streben nach Gesundheit zu verdammen, so Huber weiter: "Gesundheit ist wichtig, keine Frage." Die Formel "Hauptsache gesund" sei jedoch falsch. Es müsse vielmehr heißen: "Hauptsache Menschenwürde!"
Wie Huber warnte auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, "vor einer verengten Perspektive, in der nur der Gesunde der allein gesellschaftlich akzeptierte Mensch ist, in der Kranke, Behinderte und Gebrechliche Gefahr laufen, sich rechtfertigen zu müssen". Es solle "kritisch hinterfragt werden, wer Definitionen von Gesundheit vorgibt und warum".
Huber verwies auch auf die ökonomischen Voraussetzungen von Gesundheit. Die Botschaft der Werbung laute: "Gesundheit ist machbar - für den, der sie bezahlen kann." Der Fortschritt im Gesundheitswesen komme längst nicht mehr allen zugute.
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