Helmut Kohl: Hochzeit im Krankenhaus

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14.05.2008

Spätes Glück für Helmut Kohl: Der 78-jährige Altbundeskanzler heiratete seine 44-jährige Freundin Maike Richter.

Ganz überraschend kam die Hochzeit nicht - Mitte April war sie bereits angekündigt worden. Die Beziehung zwischen Kohl und Richter war seit knapp drei Jahren öffentlich bekannt. Seit dem Sommer 2005 zeigte sich die Volkswirtin und langjährige Kanzleramtsmitarbeiterin an der Seite des früheren Bundeskanzlers bei Empfängen, Preisverleihungen oder beim Frankfurter Opernball. Am 8. Mai 2008 haben die beiden geheiratet und lassen mitteilen: "Wir sind sehr glücklich."

Etwas ungewöhnlich: der Ort der Trauung, eine Heidelberger Klinik. Dort befindet sich Kohl seit einem schweren Sturz mit Schädel-Hirn-Trauma im Februar in der Reha.

"Im engsten Freundeskreis"

Kohl und Richter ließen sich sowohl kirchlich als auch standesamtlich trauen, teilte Kohls Büroleiter Ulrich Pohlmann mit - "im engsten Freundeskreis". Dazu gehörten nach Angaben von Spiegel Online Bild-Chefredakteur Kai Dieckmann und Medienmogul Leo Kirch. Kohls Söhne aus seiner langjährigen Ehe mit Hannelore Kohl hätten allerdings gefehlt.

Die frühere Gattin hatte an einer schmerzhaften Lichtallergie gelitten und im Jahr 2001 den Freitod gewählt. Dass sie seiner neuen Beziehung nicht ablehnend gegenüberstehen würde, dessen konnte sich Kohl glücklicherweise sicher sein: "Hannelore schrieb in ihrem Abschiedsbrief, ich solle nicht allein bleiben, das wäre nicht gut für mich", wird er aus einem früheren Interview von Spiegel Online zitiert.

"Herzlich, aufgeschlossen, überaus freundlich"

Maike Kohl-Richter kennt und bewundert Kohl seit Langem. Als er noch Bundeskanzler war, arbeitete sie in der wirtschaftspolitischen Abteilung des Kanzleramtes. Nach der Wahlniederlage der Union 1998 wechselte sie zum CDU-Finanzexperten Friedrich Merz, später als Redakteurin zur "Wirtschaftswoche".
Derzeit ist Kohl-Richter Leiterin des Referats Regionale Wirtschaftspolitik, Städtebau und Raumordnung im Bundeswirtschaftsministerium. Dort hat sie sich aber beurlauben lassen, um sich um ihren Lebensgefährten und Gatten zu kümmern.

Interviews gibt Kohl-Richter nicht, doch Monsignore Erich Ramstetter, ein Vertrauter des früheren Kanzlers und Hannelore Kohls, beschreibt sie als "sehr herzlich, aufgeschlossen und überaus freundlich". Im "Bunte"-Interview zog Ramstetter unlängst zugleich Parallelen zu Kohls erster Frau Hannelore. Beide seien warmherzig und "anspruchsvolle Frauen, mit denen man über alles reden kann oder konnte".
(ddp/ur)
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