Kommunalwahl in Sachsen: Ein Dorf wählt NPD
City- & Szenenews
10.06.2008
"Wir sagen nichts!" Der ältere Herr, der im Schatten einer großen Fichte vor dem kleinen Imbiss sitzt, will von Kommunalwahlen und dem Ergebnis in seiner Gemeinde nichts wissen. Wütend faucht er, da komme in der Presse doch nur wieder derselbe Blödsinn heraus wie beim letzten Mal.
Doch dieses Mal haben die Einwohner von Reinhardtsdorf-Schöna das NPD-Ergebnis, das bereits bei vergangenen Wahlen einen unrühmlichen Spitzenplatz einnahm, noch einmal getoppt. Jede vierte Stimme aus der Gemeinde ging bei der Kreistagswahl am Sonntag an die Rechtsextremen. Genau genommen: 25,2 Prozent. Das ist fast das Fünffache des landesweiten Durchschnitts von 5,1 Prozent.
Die Rechtsextremisten lagen in Reinhardtsdorf-Schöna als zweitstärkste Kraft nur knapp hinter den Freien Wählern (26,8 Prozent), die CDU kam auf 21,7 Prozent, die Linke auf 15,6 und die SPD auf 3,7 Prozent. Damit ist die NPD so stark wie die beiden sogenannten Volksparteien CDU und SPD, die hier schlicht keine sind.
In dem 1600-Seelen-Ort erhält man auf Nachfragen für die Gründe dieses spektakulären Ergebnisses jedoch keine Antworten. Die drei Herren am Tisch schweigen. Und die Wirtin sagt, sie habe noch gar keine Zeitung gelesen und wisse gar nicht, wie die Wahl in ihrem Ort nun ausgegangen sei.
Lange Tradition rechter Wähler
Dabei ist Reinhardtsdorf-Schöna bereits seit 2004 für überdurchschnittliche NPD-Wahlergebnisse bekannt. Darum ist das jüngste Ergebnis auch für sie nicht mehr überraschend. Warum nun so gewählt wurde, wie gewählt wurde, könne sie aber nicht sagen und sie wolle das auch nicht erklären, sagt sie.
Weil das Dorf in der Sächsischen Schweiz idyllisch gelegen ist, ist es auch ein beliebtes Ziel für Touristen. An zahlreichen Häusern hängen Schilder, auf denen die Ferienwohnungen angepriesen werden. Von den Erhebungen im Ort hat der Besucher einen wunderschönen Blick auf bizarre Sandsteinfelsen und weite Felder. Frisch gewaschene Wäsche hängt in den Gärten auf der Leine.
Die Frau sagt, man bekomme ja auch niemanden zu Gesicht. Während das nahegelegene Königstein noch massiv mit NPD-Plakaten ausgestattet wurde, ist in Reinhardtsdorf-Schöna nicht ein einziges Plakat der rechtsextremen Partei zu finden. Nur vereinzelt wirbt der CDU-Kandidat mit einem Lächeln von Plakaten an Laternenmasten.
Vereinzelte Schamgefühle
Erst in einem kleinen Einkaufsmarkt gibt eine Verkäuferin offen zu: "Eigentlich schämt man sich." Schließlich lebe die Region vom Tourismus. Die 58-Jährige distanziert sich von den Rechtsextremen und der NPD. Doch auch sie hat nur vage Antworten parat. Es seien wohl die jungen Leute gewesen, welche die NPD gewählt hätten. Die sehe man im Ort auch manchmal mit Springerstiefeln. Deswegen habe es auch mal Projekte gegen Rechts gegeben, sagt sie. Aber Genaues wisse sie nicht darüber.
Eine Bürgerinitiative "Demokratie anstiften" ist seit 2004 in dem Ort aktiv. In diesem Jahr hat die Initiative sogar einen Preis des Bündnisses für Demokratie und Toleranz erhalten. (ddp/AG)
"Wir sagen nichts!" Der ältere Herr, der im Schatten einer großen Fichte vor dem kleinen Imbiss sitzt, will von Kommunalwahlen und dem Ergebnis in seiner Gemeinde nichts wissen. Wütend faucht er, da komme in der Presse doch nur wieder derselbe Blödsinn heraus wie beim letzten Mal.
Doch dieses Mal haben die Einwohner von Reinhardtsdorf-Schöna das NPD-Ergebnis, das bereits bei vergangenen Wahlen einen unrühmlichen Spitzenplatz einnahm, noch einmal getoppt. Jede vierte Stimme aus der Gemeinde ging bei der Kreistagswahl am Sonntag an die Rechtsextremen. Genau genommen: 25,2 Prozent. Das ist fast das Fünffache des landesweiten Durchschnitts von 5,1 Prozent.
Die Rechtsextremisten lagen in Reinhardtsdorf-Schöna als zweitstärkste Kraft nur knapp hinter den Freien Wählern (26,8 Prozent), die CDU kam auf 21,7 Prozent, die Linke auf 15,6 und die SPD auf 3,7 Prozent. Damit ist die NPD so stark wie die beiden sogenannten Volksparteien CDU und SPD, die hier schlicht keine sind.
In dem 1600-Seelen-Ort erhält man auf Nachfragen für die Gründe dieses spektakulären Ergebnisses jedoch keine Antworten. Die drei Herren am Tisch schweigen. Und die Wirtin sagt, sie habe noch gar keine Zeitung gelesen und wisse gar nicht, wie die Wahl in ihrem Ort nun ausgegangen sei.
Lange Tradition rechter Wähler
Dabei ist Reinhardtsdorf-Schöna bereits seit 2004 für überdurchschnittliche NPD-Wahlergebnisse bekannt. Darum ist das jüngste Ergebnis auch für sie nicht mehr überraschend. Warum nun so gewählt wurde, wie gewählt wurde, könne sie aber nicht sagen und sie wolle das auch nicht erklären, sagt sie.
Weil das Dorf in der Sächsischen Schweiz idyllisch gelegen ist, ist es auch ein beliebtes Ziel für Touristen. An zahlreichen Häusern hängen Schilder, auf denen die Ferienwohnungen angepriesen werden. Von den Erhebungen im Ort hat der Besucher einen wunderschönen Blick auf bizarre Sandsteinfelsen und weite Felder. Frisch gewaschene Wäsche hängt in den Gärten auf der Leine.
Die Frau sagt, man bekomme ja auch niemanden zu Gesicht. Während das nahegelegene Königstein noch massiv mit NPD-Plakaten ausgestattet wurde, ist in Reinhardtsdorf-Schöna nicht ein einziges Plakat der rechtsextremen Partei zu finden. Nur vereinzelt wirbt der CDU-Kandidat mit einem Lächeln von Plakaten an Laternenmasten.
Vereinzelte Schamgefühle
Erst in einem kleinen Einkaufsmarkt gibt eine Verkäuferin offen zu: "Eigentlich schämt man sich." Schließlich lebe die Region vom Tourismus. Die 58-Jährige distanziert sich von den Rechtsextremen und der NPD. Doch auch sie hat nur vage Antworten parat. Es seien wohl die jungen Leute gewesen, welche die NPD gewählt hätten. Die sehe man im Ort auch manchmal mit Springerstiefeln. Deswegen habe es auch mal Projekte gegen Rechts gegeben, sagt sie. Aber Genaues wisse sie nicht darüber.
Eine Bürgerinitiative "Demokratie anstiften" ist seit 2004 in dem Ort aktiv. In diesem Jahr hat die Initiative sogar einen Preis des Bündnisses für Demokratie und Toleranz erhalten. (ddp/AG)
alle Achtung und toi,toi,toi...
ganz sicher das ich mich freu...
Endlich mal ein Ort wo die Leute nen Arsch in der Hose haben und sagen, wo es lang gehen soll... Die restlichen politischen "Spinner"-parteien versprechen schon seit der Wende den gleichen Müll...
und ändern tut sich nichts...Doch jetzt seht her, wie auf einmal alle erschrocken tun wenn es heißt, nichts CDU,SPD oder anderes korruptes Pack sondern Recht gibt den Weg an... da gehn den Linken die A....backen auf Grundeis... Denkt mal drüber nach und lasst euch nicht verscheißern.
Pennt ihr alle...Deutschland is mit Milliarden verschuldet und Ihr spendet fürs Ausland...
Kann man nem Eunuchen in den Sack greifen? Deutschland macht sich zur Hure der Welt und die größten Bückstücke, sitzen ganz oben auf dem Sessel. Denkt nach und lernt daraus...

Bitte melde dich an, um Kommentare hinzuzufügen.
weitere Nachrichten aus der Kategorie City- & Szenenews:
Diskriminierung oder lediglich polizeiliche Erfahrung? Weil ihn ein Bundespolizist aufgrund seiner Hautfarbe kontrollierte, erstattete ein dunkelhäutiger Deutscher Anzeige - und verlor.
» mehr lesen
38 Kommentare
In Großbritannien steigt der Absatz erotischer E-Books. Auch in Deutschland könnte das unerkannte Konsumieren erotisch-brisanter Geschichten Schule machen.
» mehr lesen
Am 4. August fällt der Startschuss für die nächtliche Laufveranstaltung in Rostock. Der persönliche Startschuss aber kann bereits jetzt abgefeuert werden - was nicht nur sportliche Vorteile birgt.
» mehr lesen




