Rund 3000 Menschen protestieren gegen Neonazi-Aufmarsch in Dortmund

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08.09.2008

Rund 3000 Menschen haben am Samstag in der Dortmunder Innenstadt gegen einen Aufmarsch von Neonazis demonstriert.

Wie ein Polizeisprecher mitteilte, verliefen die Demonstrationen und der Aufmarsch der Rechtsextremen weitgehend friedlich. Allerdings kam es entlang des mehr als vier Kilometer langen Demonstrationszuges der Neonazis zu einzelnen Zwischenfällen. So wurden unter anderem Feuerwerkskörper gezündet oder Flaschen geworfen. 16 Polizisten erlitten Verletzungen, zudem wurden 6 Rechtsextreme und 47 Gegendemonstranten in Gewahrsam genommen. Mehrere Strafverfahren wegen Körperverletzung, Verdacht des Landfriedensbruchs und Verstößen gegen das Sprengstoff- und Versammlungsgesetz wurden eingeleitet.

Proteste bereits am Vormittag

Die Proteste gegen das Neonazi-Treffen hatten bereits am Vormittag begonnen. So zogen nach Polizeiangaben rund 800 Menschen in einem Protestzug vom Hauptbahnhof in die Innenstadt. Am Mittag fand auf dem Theatervorplatz eine weitere Kundgebung unter dem Motto "Bunt statt braun" statt, zu der sich nach Polizeiangaben rund 1500 Bürger einfanden. Zudem gab es eine nicht genehmigte Versammlung am Südbahnhof, an der sich rund 700 Personen beteiligten.

Positives Zeichen

Am Nachmittag startete dann in der östlichen Innenstadt der Aufmarsch der Rechtsextremen, zu dem sich laut Polizei rund 1100 Teilnehmer einfanden. Wegen des starken "Aggressionspotenzials" der Gegendemonstranten mussten die Absperrungen am Marschweg verstärkt werden, zudem wurde auf eine Abschlusskundgebung der Rechtsextremen verzichtet. Die rechte Demonstration fand anlässlich eines "Nationalen Antikriegstags" statt und stand unter dem Motto "Gegen imperialistische Kriegstreiberei und Aggressionskriege". Die Landesvorsitzende der Grünen in NRW, Daniela Schneckenburger, begrüßte die Proteste gegen den Neonazi-Aufmarsch. "Es ist ein positives Zeichen, wenn viele Menschen in Dortmund an der Gegendemonstration teilnehmen", sagte sie. Zugleich sprach sie sich für eine Debatte über das weitere Vorgehen gegen Rechte in der Stadt aus.

(ddp/sh)
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