Schwedischer Rechtsextremist kauft Villa in Berlin

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16.07.2008

Ein schwedischer Neonazi mit guten Verbindungen zur NPD hat in Berlin eine Villa erworben. Verfassungsschützer sind besorgt und befürchten, dass von dort aus europaweite Aktionen der Rechstextremen organisiert werden könnten.

Ein schwedischer Rechtsextremist mit Kontakten zur NPD hat einem Medienbericht zufolge im Berliner Bezirk Zehlendorf eine Villa für 3,3 Millionen Euro gekauft. Verfassungsschützer befürchteten, dass von dort aus Aktivitäten von Neonazis in ganz Europa gesteuert würden, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Ein Berliner Polizeisprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Dem "Tagesspiegel am Sonntag" bestätigten Sicherheitsbehörden, dass es den Kauf gegeben habe. Es bleibe abzuwarten, ob die Immobilie ein Sitz der rechten Szene und ob Brinkmann dort Aktivitäten entfalten werde.

Dem Magazin zufolge erwarb der schwedische Unternehmer Patrik Brinkmann die Berliner Immobilie als Bevollmächtigter seiner Ehefrau im April 2007. Er spreche von einem "rein privaten Kauf", zitiert ihn das Blatt. Vom Verfassungsschutz werde der Mann als eine Führungsfigur im internationalen Rechtsextremismus bezeichnet, schreibt das Magazin weiter.

Brinkmann habe 2004 in Schweden die Stiftung Kontinent Europa, ein Sammelbecken von rechtsradikalen Intellektuellen aus ganz Europa, gegründet. In Führungsgremien der Stiftung sitzen laut "Spiegel" auch zwei Funktionäre der NPD, darunter das Bundesvorstandsmitglied Andreas Molau. Molau hatte bereits im brandenburgischen Rauen versucht, ein Schulungszentrum einzurichten.

Brinkmanns Stiftung strebe nach eigenen Angaben den Aufbau einer "großeuropäischen Zivilisation" an, die Russland mit einschließe, hieß es. Die Stiftung firmiere bisher nur unter einer Postfachadresse im schwedischen Jönköping. (ddp/AG)
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