Todestag von Max Liebermann
City- & Szenenews
08.02.2010
Heute jährt sich zum 75. Mal der Todestag des berühmten Künstlers Max Liebermann. "Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte" - dieser Kommentar zum Fackelzug der Nazis durch das Brandenburger Tor machte Liebermann unsterblich.
Max Liebermann: Hauptvertreter des deutschen Impressionismus und Revolutionär der Kunstszene. Damals beschimpfte man den Künstler als "Apostel der Hässlichkeit" - zurückzuführen auf seine realistischen Bilder von Bauern, Waisenkindern und Näherinnen.
Sein wohl berühmtestes Bild zeigt die "Gänserupferinnen" während ihrer Arbeit in einem Format, wie es bislang nur Königen oder Schlachten gebührte. Ein völlig revolutionäres Bild - was jedoch kaum jemand akzeptierte. Sein Werk rief "einen unglaublichen Aufschrei hervor", und Liebermann selbst bezeichnete man als "Herrgottschänder", so Kunsthistoriker Martin Faass. Doch der Maler wehrte sich mit den Worten: "Die gut gemalte Rübe ist ebenso gut wie die gut gemalte Madonna."
Der ewige Aufstand
Max Liebermann ließ sich nie entmutigen - der Aufstand prägte sein ganzes Leben. Bereits in der Kindheit galt es für Liebermann, sich gegen andere durchzusetzen. Seine Eltern, reiche jüdische Textilfabrikanten, wünschten sich für ihren Sohn ein adequates Studium, das später dem Betrieb nützen würde. Der Junge ritt stattdessen lieber im Garten des heimischen Palais aus oder malte, bis man ihn schließlich wegen "Studienunfleißes" vom Studium exmatrikulierte.
Liebermann ging weiterhin seinen eigenen Weg. Er lernte vom belgischen Historienmaler Ferdinand Pauwel und begann, das Leben einfacher Leute auf dem Land zu porträtieren. Seine Philosophie: Keine Beschönigung, aber auch keine soziale Anklage.
Bald widmete sich der Künstler ganz dem Impressionismus. Er malte die Welt des Großbürgertums, in der er lebte: Polospieler, Kaffeekränzchen, Reiter am Strand.
Bekannt wurde Liebermann auch als "Maler des Lichts". Besonders bekannt: Seine Sonnenflecken, durch das Laub von Bäumen fallende Sonnenstrahlen, wie er sie oft in seinen Bildern malte.
Kunsthistoriker Faass: "Er war ein sehr wichtiger Motor für die moderne Kunst in Deutschland." Er gründete die "Berliner Secession", wurde Präsident der Preußischen Akademie der Künste und setzte sich für andere Künstler ein. Durch ihn wurde Berlin ein bedeutendes Forum für die zeitgenössische Kunst.
Aufstand sogar gegen die Nationalsozialisten
Doch dann kamen Max Liebermann die Nationalsozialisten in die Quere. Sie betitelten seine Kunst als "entartet" und entfernten sie aus der Berliner Nationalgalerie sowie allen öffentlichen Museen. Liebermann wehrte sich auf seine Art: 1933 legte er alle öffentlichen Ämter nieder.
Die Folge: Zunehmende Isolation. Selbst Kollegen begannen, den Künstler zu meiden. Am 08. Februar 1935 stirbt der Künstler einsam im Alter von 87 Jahren. Acht Jahre später beging seine Frau Selbstmord, um nicht im Konzentrationslager Theresienstadt umzukommen.
"Fast keine Bilder werden auch heute noch so teuer verkauft wie die von Max Liebermann", so Faass laut des Südkuriers. Jedes Jahr lockt es am Todestag des Künstlers rund 80.000 Besucher in die Villa am Berliner Wannsee, die er einst bewohnt hatte. Max Liebermann bleibt unvergessen.
(nm)
Heute jährt sich zum 75. Mal der Todestag des berühmten Künstlers Max Liebermann. "Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte" - dieser Kommentar zum Fackelzug der Nazis durch das Brandenburger Tor machte Liebermann unsterblich.
Max Liebermann: Hauptvertreter des deutschen Impressionismus und Revolutionär der Kunstszene. Damals beschimpfte man den Künstler als "Apostel der Hässlichkeit" - zurückzuführen auf seine realistischen Bilder von Bauern, Waisenkindern und Näherinnen.
Sein wohl berühmtestes Bild zeigt die "Gänserupferinnen" während ihrer Arbeit in einem Format, wie es bislang nur Königen oder Schlachten gebührte. Ein völlig revolutionäres Bild - was jedoch kaum jemand akzeptierte. Sein Werk rief "einen unglaublichen Aufschrei hervor", und Liebermann selbst bezeichnete man als "Herrgottschänder", so Kunsthistoriker Martin Faass. Doch der Maler wehrte sich mit den Worten: "Die gut gemalte Rübe ist ebenso gut wie die gut gemalte Madonna."
Der ewige Aufstand
Max Liebermann ließ sich nie entmutigen - der Aufstand prägte sein ganzes Leben. Bereits in der Kindheit galt es für Liebermann, sich gegen andere durchzusetzen. Seine Eltern, reiche jüdische Textilfabrikanten, wünschten sich für ihren Sohn ein adequates Studium, das später dem Betrieb nützen würde. Der Junge ritt stattdessen lieber im Garten des heimischen Palais aus oder malte, bis man ihn schließlich wegen "Studienunfleißes" vom Studium exmatrikulierte.
Liebermann ging weiterhin seinen eigenen Weg. Er lernte vom belgischen Historienmaler Ferdinand Pauwel und begann, das Leben einfacher Leute auf dem Land zu porträtieren. Seine Philosophie: Keine Beschönigung, aber auch keine soziale Anklage.
Bald widmete sich der Künstler ganz dem Impressionismus. Er malte die Welt des Großbürgertums, in der er lebte: Polospieler, Kaffeekränzchen, Reiter am Strand.
Bekannt wurde Liebermann auch als "Maler des Lichts". Besonders bekannt: Seine Sonnenflecken, durch das Laub von Bäumen fallende Sonnenstrahlen, wie er sie oft in seinen Bildern malte.
Kunsthistoriker Faass: "Er war ein sehr wichtiger Motor für die moderne Kunst in Deutschland." Er gründete die "Berliner Secession", wurde Präsident der Preußischen Akademie der Künste und setzte sich für andere Künstler ein. Durch ihn wurde Berlin ein bedeutendes Forum für die zeitgenössische Kunst.
Aufstand sogar gegen die Nationalsozialisten
Doch dann kamen Max Liebermann die Nationalsozialisten in die Quere. Sie betitelten seine Kunst als "entartet" und entfernten sie aus der Berliner Nationalgalerie sowie allen öffentlichen Museen. Liebermann wehrte sich auf seine Art: 1933 legte er alle öffentlichen Ämter nieder.
Die Folge: Zunehmende Isolation. Selbst Kollegen begannen, den Künstler zu meiden. Am 08. Februar 1935 stirbt der Künstler einsam im Alter von 87 Jahren. Acht Jahre später beging seine Frau Selbstmord, um nicht im Konzentrationslager Theresienstadt umzukommen.
"Fast keine Bilder werden auch heute noch so teuer verkauft wie die von Max Liebermann", so Faass laut des Südkuriers. Jedes Jahr lockt es am Todestag des Künstlers rund 80.000 Besucher in die Villa am Berliner Wannsee, die er einst bewohnt hatte. Max Liebermann bleibt unvergessen.
(nm)
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