"Das Suchtmittel Nummer eins bei jungen Menschen"

City- & Szenenews

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© Gerd Altmann / pixelio.de
05.02.2011

Wie eine neue Umfrage ergibt, geht der regelmäßige Alkoholkonsum unter Jugendlichen merklich zurück. Einerseits. Andererseits greifen jedoch nach wie vor zu viele Jugendliche auf das riskante Rauschtrinken zurück.

Erst die gute, dann die schlechte Nachricht: Mit diesen Worten könnte das Ergebnis der neuen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die unter 7.000 Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren durchgeführt wurde, zum Ausdruck gebracht werden, als dieses am Freitag in Berlin vorgestellt wurde.

Sowohl unter Jugendlichen, als auch unter jungen Erwachsenen geht der regelmäßige Alkoholkonsum zurück - und sinkt damit auf den niedrigsten Stand seit den 1970er Jahren. Während auch im Jahr 2004 noch jeder fünfte Jugendliche mindestens einmal in der Woche Alkohol trank, handelte es sich im Jahr 2010 bei den 12- bis 17-jährigen "nur noch" um 13 Prozent. Darüber hinaus ist auch das Alter, in dem Jugendliche das erste Mal zum Alkohol greifen, leicht angestiegen - lag dieses 2004 noch bei durchschnittlich 14,1 Jahren, beträgt es jetzt 14,5 Jahre. Doch selbst das sei für Prof. Dr. Elisabeth Pott, die Direktorin der Bundeszentrale, noch zu jung: Jugendliche unter 16 Jahren sollten schließlich überhaupt keinen Alkohol trinken, kritisiert diese dem Hamburger Abendblatt zufolge.

16,7 Prozent der minderjährigen Jugendlichen trinken sich in den Rausch

Die Medaille hat eine Kehrseite. Entgegen der Abnahme des regelmäßigen Alkoholkonsums unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen, nahm die Anzahl unter den 12- bis 25-jährigen, die sich mehrfach im Monat bis zum Rausch betrink-
en, kaum ab. Waren es vor sieben Jahren noch 22,6 Prozent, gaben für das Jahr 2010 nach wie vor 16,7 Prozent der minderjährigen Jugendlichen an, im jeweiligen zurückliegenden Monat bei gegebenem Anlass mindestens fünf alkoholische Getränke hintereinander getrunken zu haben (Binge- oder Rauschtrinken).

Insbesondere bei jungen Männern ist das Rauschtrinken von relativ großer Beliebtheit - tranken im Jahr 2010 doch jeder Fünfte der 12- bis 17-jährigen männlichen Jugendlichen mindestens einmal im Monat; unter den 18- bis 25-jährigen sogar jeder Zweite. Auch hinsichtlich der Auswahl der alkoholischen Getränke zeichnet sich bezüglich des Alters ein Unterschied ab. Während die jüngeren Männer eher zu Bieren und Mixgetränken greifen, bevorzugen die älteren männlichen Jugendlichen vorwiegend Spirituosen - ganz im Gegensatz zu Frauen, die grundsätzlich eher zu Wein und Sekt neigen, wie Prof. Dr. Elisabeth Pott bemerkt.

400 Alkoholvergiftungen in M-V

Mit oftmals schwerwiegenden Folgen - wie beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern. Im vergangenen Jahr mussten dort mehr als 400 Kinder und Jugend-
liche zwischen zehn und 20 Jahren mit Alkoholvergiftungen in Krankenhäusern behandelt werden. Allein in Rostock, sagt Antje Wrociszewski vom Rostocker Gesundheitsamt gegenüber der Ostsee-Zeitung, sei das bei 55 Jugendlichen im ersten Halbjahr 2010 der Fall gewesen; überdies sind es nach Informationen des Ministeriums für Soziales und Gesundheit rund 500 junge Leute, die sich aufgrund ihrer Alkoholprobleme professionell beraten lassen. Ebenso viele Fälle habe es schon 2009 gegeben - wobei natürlich mit einer gewissen Dunkelziffer gerechnet werden müsse, bemerkt Wrociszewski. Sie fügt hinzu: "Erschreckend ist, dass alle Jugendlichen erzählten, durch ihre Eltern mit Alkohol in Kontakt gekommen zu sein."

"Sie trinken insgesamt immer noch deutlich zu viel!"

Ein Problem, dem sich auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung,
Mechthild Dyckmans (FDP) widmet. "Der hohe Alkoholkonsum bei einem Teil der jungen Menschen ist ein gesellschaftliches Problem, dem mit Aufklärung, Information und gezielten Präventionsmaßnahmen begegnet werden muss", betont Dyckmans laut der Pressemitteilung des BZgAs. Demzufolge würde das Bundesgesundheitsministerium bereits an einem Ratgeber für Eltern arbeiten.

Nicht ausschließlich auf die Eltern, sondern vielmehr auf die gesamte Gesellschaft und die bagatellisierende Einstellung dieser zum Alkohol sei das Problem Alkohol zurückzuführen, kritisiert Pott - immerhin seien es 90 Prozent der Bevölkerung, die Alkohol trinkt. "Alkohol ist nach wie vor das Suchtmittel Nummer eins bei jungen Menschen. Sie trinken insgesamt immer noch deutlich zu viel. Für viele Jugendliche gehört Alkohol zum Feiern und Spaß haben dazu, über die gerade für junge Menschen schweren gesundheitlichen Folgen sind sie sich dabei oft nicht im Klaren." Für Pott ist dahingehend klar: "Prävention ist und bleibt unverzichtbar."

(nm)
10
Kommentare insgesamt

Aspergo a.
05.02.2011 20:48
Gast
Ja "sie trinken eindeutig immer noch zuviel", den kann ich ausdrücklich zustimmen.Es ist leider gottes so das viele vorallem Jugendliche die Gefahr des Giftes Alkohl aufgrund der allgemeinen Verharmlosung nicht richtig einzuschätzen wissen und von daher vollgas geben.

Es ist traurig wieviele junge Leben dieses Gift bereits auf dem Gewissen hat und vorallem sollte das Gewissen derjenigen grundlegen geschädigt sein die Alkohol immer noch für harmlos halten und nichts dagegen unternehmen wie beispielsweise den totalen Verbot oder nur auf anfrage in Apotheken erhältlich für Gesundheitliche Unterstützung im Krankheitsfall.

Ich finde es sollte mehr gemacht werden um viele der Jugendlichen zu schützen und vorallem darüber aufzuklären das ein Alkoholkonsum ja nun nichts besonderes zu ihrem Wohle beiträgt nein ganz im gegenteil es gehört zu den Giften und damit gehört es verboten und ausschließlich nur zu gesundheitsfördernden Unterstützung bei Krankheiten.

Sebastian O.
05.02.2011 20:54
reg. Mitglied
Prost! Hicks

Professor A.
05.02.2011 21:56
Gast
Also trinken Jüngere jetzt etwas weniger, knapp Erwachsene dafür immer noch richtig ordentlich - ob das beweist, dass man mit steigendem Alter an Grips verliert?^^

Nun J.
05.02.2011 22:53
Gast
Wie oft hört man, daß bevor die Disco aufgesucht wird ersteinmal "vorgeglüht" wird. Ich frage mich dann immer ob man nicht auch ohne Alkohol feiern kann.

Rebecca s.
06.02.2011 01:31
Gast
Da sage ich nur...prost !!!

Skip !.
06.02.2011 14:47
Gast
Und dann kommt sowas abei raus ...

http://www.kojote-magazin.de/...nd-durch-mitte/964/

Aspergo a.
06.02.2011 14:54
Gast
Berlin Besucher läuft ohne Bierflasche durch Mitte weil er mal etwas verücktes tun wollte

So weit ist es schon gekommen das es unnormal und sogar als Mutprobe angesehen wird wenn man ohne einer gamligen Bierflasche draußen auf der Straße spazieren geht.
In anderen Ländern gäbe es dafür ordentlich Ordnungsgeldabgaben was meiner Meinung nach auch hierzulande vollkommen akzeptabel wäre.

Skip !.
06.02.2011 15:10
Gast
Satire stand bei Dir nicht auf dem Lehrplan, oder ?

Aspergo a.
06.02.2011 15:14
Gast
stand leider nicht dabei Skip das war wohl die Aufregung

Professor A.
06.02.2011 18:39
Gast
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