Eine unheilbare Krankheit, ein heilsamer Traum

City- & Szenenews

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© Africa Studio
01.12.2010

Der 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. In nur fünf Jahren soll kein Neugeborenes mehr mit dem HI-Virus infiziert sein - das ist das Ziel von Unicef. Die Schwierigkeit, die sich dahinter verbirgt, ist nicht von der Hand zu weisen.

Es ist ein erstrebenswertes Ziel, dass sich Unicef zum diesjährigen Welt-Aids-Tag gesetzt hat: In fünf Jahren wird kein Neugeborenes mehr den HI-Virus in sich tragen. "Jeden Tag werden 1000 Babys mit HIV geboren", erklärt der deutsche Unicef-Geschäftsführer Christian Schneider. "Diese Zahl sollte Null sein." Um diesen Traum zu verwirklichen, gelte es, die bisherigen Anstrengungen noch zu verstärken - dann ließe sich die Übertragung des Virus von Mutter zu Kind bis 2015 stoppen.

Ein Ziel, dessen Umsetzung sich allerdings mehr als schwierig gestaltet. Die Anzahl jener, die sich nicht bewusst sind, dass eine Ansteckung auch während der Schwangerschaft erfolgen kann, ist erschreckend hoch. Rund 90 % aller Kinder infizieren sich über die Mutter; allein im vergangenen Jahr wurden etwa 370.000 von ihnen vor, während oder nach der Geburt infiziert. Noch vor ihrem zweiten Lebensjahr stirbt die Hälfte der betroffenen Kinder. Wie die Zeit berichtet, sei es Ärzten überdies zwar möglich, den Infekt des ungeborenen Kindes mit dem HI-Virus zu verhindern - allerdings nur mittels mehrerer Medikamente und entsprechender Geburtshilfe. Möglichkeiten, die insbesondere in Afrika kaum gegeben sind.

Vielmehr sei es also eine Forderung, als ein realistisches Ziel. Es müssten weitere, bestimmte Bedingungen erfüllt werden, ehe aus diesem Ziel Wahrheit werden könne; Bedingungen, zu denen neben der Verhinderung der Mutter-Kind-Übertragung ebenso die Bekämpfung der Ansteckungen unter jungen Leuten sowie die dauerhafte Behandlung infizierter Kinder und Jugendlicher zählt.

Unabsichtliche, und doch heiße Diskussion

Besonders brisant: Ausgerechnet am Welt-Aids-Tag sollte sich ein HIV-Infizierter wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten. Der 36-jährige Schwarzafrikaner, der seit sechs Jahren in Deutschland lebt, soll - in vollem Bewusstsein seiner Infektion - ungeschützten Geschlechtsverkehr mit seiner Partnerin gehabt haben, woraufhin diese im April diesen Jahres ein Kind bekam. Eine Ansteckung erfolgte nicht. Eine für das Gericht völlig irrelevante Tatsache: Der Angeklagte wusste von seiner Infektion, handelte aber nicht entsprechend.

Wie RP Online berichtet, beförderte die Ausländerbehörde des Kreises Wesel diesen Umstand über mehrere Umwege ans Tageslicht. Während sich die Behörde aufgrund des illegalen Aufenthalts des Mannes durch sämtliche zuständige Ämter fragte, stieß sie auf den entsprechenden Befund. Falschaussagen waren es dann, die den Fall vor Gericht brachten. "Seine Aufenthaltsgenehmigung", so der Staatsanwalt, habe der Mann sich mit dem Kind schließlich "selbst gemacht."

Nichtsdestotrotz sei der Termin für die Verhandlung nicht absichtlich auf den Weltaidstag gelegt worden - abgesehen von der Tatsache, dass die Hauptverhandlung nicht stattfand, da der Angeklagte nicht aufzufinden war und nun mittels eines Haftbefehls gesucht wird.

"Ein Drittel weiß nicht, dass die HIV-positiv sind"

Seit 1988 ruft der Welt-Aids-Tag Jahr für Jahr das Schicksal der HIV-Positiven in unser aller Bewusstsein zurück. Besonders groß wird an jenem Tag der Präventionsgedanke geschrieben - so betont insbesondere das Europäische Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC) die unabdingbare Bedeutung zunehmender Aids-Tests. Schließlich würde die darauffolgende Therapie die Viren im Blut bis unter die Nachweisgrenze reduzieren und somit auch ein Risiko der weiteren Ansteckung über Geschlechtsverkehr bedeutend abbauen.

Eine Maßnahme, deren Bedeutsamkeit nicht von der Hand zu weisen ist. "Aktuelle Zahlen zeigen, dass die Zahl der mit HIV infizierten Menschen ständig steigt. In Europa leben geschätzte 850.000 Personen, die infiziert sind. Trotzdem weiß ein Drittel von ihnen nicht, dass sie HIV-positiv sind", warnen die Experten des ECDC dem zufolge. "HIV/AIDS ist nach wie vor eine unheilbare Krankheit, die nicht kleingeredet werden darf", fügt der österreichische Gesundheitsminister Alois Stöger hinzu. "Menschen mit HIV/Aids brauchen unsere Unterstützung und dürfen nicht aufgrund ihrer Erkrankung diskriminiert werden."

Auf den Portalen Deutsche Aids-Hilfe, Deutsche Aids-Stiftung sowie "Gib Aids keine Chance" könnt ihr euch näher über Aids informieren.

(nm)
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