Kinderschutz-ABC: I wie Internet

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© © Kinderschutz-ABC / Bündnis Kinderschutz MV, Start GmbH
03.11.2011

Wöchentlich veröffentlicht der Spion einen Beitrag aus dem Kinderschutz-ABC. Heute: I wie Internet.

Gewalt ist oft nur einen Mausklick entfernt

Simsen, Surfen, Instant Messaging, Voice over IP - wie selbstverständlich nutzen Kinder und Jugendliche heute moderne Informations- und Kommunikations-
techniken. Gelegenheit dazu haben sie fast überall: In der Schule, zu Hause, bei Freunden und im Internetcafe, oft auch ohne Wissen und Zustimmung der Eltern. Diese haben oft nur eine vage Vorstellung davon, womit sich ihre Kinder in der Freizeit beschäftigen. Scheinbar spielerisch lernen Jungen und Mädchen den Umgang mit den neuen Medien. Doch die schöne neue Medienwelt birgt neben Spiel, Spaß und nützlichen Informationen auch große Gefahren. Eltern können ihre Kinder darauf vorbereiten. Es ist wichtig, dass Eltern hinsehen, welche Medien ihre Kinder nutzen und dass sie sich für die Spiele ihrer Kinder interessieren.

PC-Spiele für Kinder

Viele Eltern sind unsicher, welches PC-Kinderspiel das richtige ist. Alternativen zu Schießspielen müssen nicht immer reine Lernspiele sein. Es gibt auch gute Unterhaltungsspiele, die den Kleinen nicht nur Spaß machen, sondern auch wichtige Fähigkeiten fördern. So werden in einigen Spielen zum Beispiel Pflanzen, Tiere oder verschiedene Kontinente mit Hilfe von Bild und Ton erklärt. Andere Programme trainieren über Suchspiele die Merkfähigkeit und Raumwahrnehmung. Eltern, die ihrem Kind ein PC-Spiel schenken möchten, können sich an den verschiedenen Genres, wie Abenteuerspiel, Sachthema, Wissenslexikon oder Lernprogramm orientieren.

Gewalt im Spiel

Doch ein großer Anteil der Zehnjährigen kennt bereits brutale Computerspiele. Wenn Eltern von ihrem Kind erfahren, dass es gewalttätige Videos oder Spiele sieht beziehungsweise spielt, hilft rigoroses Verbieten meist nur wenig und bewirkt eher das Gegenteil. Es besteht die Gefahr, dass Verbote diese Medien noch attraktiver machen, und die Kinder zukünftig verschweigen, was sie gucken oder spielen. Besser ist es, mit dem Kind offen über diese Spiele zu sprechen - so wie über Bücher oder Kinofilme: "Worum geht es in der Geschichte? Hat sie Dir gefallen? Was hat Dich besonders berührt?» Im Gespräch können die Eltern dann ihrem Kind die Perspektive des Opfers nahe bringen und erklären, dass Gewalt keine akzeptable Lösung ist.

Gemeinsame Regeln schaffen Freiräume

Auch im Internet ist die Gefahr groß, dass Heranwachsende jugendgefährdenden Inhalten begegnen: Pornografie, Gewalt und Rassismus sind oft nur einen Mausklick entfernt. Viele Eltern versuchen, ihre Kinder durch die Installation von Filtersoftware vor problematischen Inhalten zu bewahren. Doch bislang ist keine Software auf dem Markt, die zuverlässig schützt. So ist es gut, wenn Eltern ihre Kinder beim Internetbesuch begleiten, auch wenn ein Filter installiert ist. Kinder im Vorschulalter sollten von ihren Eltern behutsam bei den ersten Schritten am PC und im Internet geführt werden. Nach und nach kann die "Surfleine» gelockert werden. Kinder können dann mit ihren Eltern verabreden, wann und wie lange im Internet gesurft oder mit dem Computer gespielt werden darf. Sie vereinbaren, im Internet - so wie im realen Leben auch - fremden Menschen niemals persönliche Daten anzuvertrauen, also weder Namen, Adresse, noch Schule oder Sportverein. Solche gemeinsamen Regeln geben Kindern Orientierung und schaffen Freiräume - nicht zuletzt auch für die Eltern.

Weitere Informationen

Adressen von Kinder- und Jugendnotdiensten, Erziehungs- und Familienberatungs-
stellen oder Jugendämtern sowie weitere Informationen sind auf der Kinderschutz-Landkarte des Bündnis Kinderschutz Mecklenburg-Vorpommern zu finden.

(nm) / Kinderschutz-ABC / Bündnis Kinderschutz MV, Start GmbH
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